Achtung auf der Hundewiese: Die 3 größten Gefahren beim Hunde-Spiel (und wie Sie diese sofort erkennen!)
- Bastian Benner

- 11. Mai
- 3 Min. Lesezeit

Stellen Sie sich vor, Sie stehen an einem sonnigen Nachmittag auf der Hundewiese. Eine Gruppe von Hunden rennt wild durcheinander, Staub wirbelt auf, und die Besitzer lächeln entspannt. „Die spielen doch so schön!“, heißt es dann oft. Aber tun sie das wirklich?
Was für uns Menschen nach purem Spaß aussieht, ist für die Hunde oft bitterer Ernst. Wenn wir die feinen Signale unserer Vierbeiner falsch deuten, kann aus einem scheinbar harmlosen Spiel rasch eine gefährliche Situation werden. In diesem Beitrag decke ich die drei größten Gefahren beim Spiel unter Hunden auf und verspreche Ihnen: Nach dem Lesen werden Sie das Treiben auf der Hundewiese mit völlig anderen Augen sehen!
Die Hitliste: Die 3 größten Gefahren, wenn Hunde "spielen"
Platz 1: Das trügerische "Fiddle about it" (Spielen aus purem Stress)
Oft begegnen sich zwei fremde Hunde und fangen scheinbar sofort an, wild miteinander zu spielen und herumzualbern. Wir Menschen freuen uns darüber, doch in Wahrheit handelt es sich dabei oft um ein reines Scheinspiel. In der Verhaltensbiologie nennt man das "Flirt" oder "Fiddle about it": Der Hund versucht, eine für ihn extrem schwierige und angespannte Situation einfach zu überspielen. Er zeigt Spielaufforderungen, um den Konflikt friedlich zu lösen, steht dabei aber unter enormem Stress. Echtes, entspanntes Spiel sieht anders aus!
Platz 2: Mobbing und Gruppenjagd (Der unfreiwillige Pseudo-Hase)
Wenn mehrere Hunde hinter einem einzigen Hund herjagen, wird das oft als lustiges Rennspiel abgetan. Doch Vorsicht: Oft handelt es sich hierbei um eine Gruppenjagd oder Mobbing. Sie erkennen den Unterschied ganz leicht am Gesicht des gejagten Hundes. Ein Hund, der wirklich jagdlich verfolgt wird, hat kein "Spielgesicht" und zeigt eine extrem angespannte Körperhaltung. Besonders fatal ist das in schlecht geführten Welpengruppen: Wird ein Welpe dort unkontrolliert als "Pseudo-Hase" gejagt, speichert er Artgenossen schlimmstenfalls als Beute ab, was später zu massiven Verhaltensproblemen führt.
Platz 3: Lauern statt Spielen (Die Gefahr vor dem Angriff)
Ihr Hund sieht einen anderen Hund, legt sich flach auf den Boden, spannt den ganzen Körper an und starrt den anderen förmlich nieder? Viele Halter halten das für eine süße Spielaufforderung. Falsch gedacht! Dieses Verhalten stammt eigentlich aus dem Jagdverhalten. Wenn der lauernde Hund diese enorme Anspannung nicht abbricht, sondern blitzschnell nach vorne schnellt, kann es zu schweren Verletzungen oder handfesten Konflikten kommen.

"Ich dachte immer, mein Mischling Max liebt es, mit großen Hundegruppen zu rennen. Er wurde oft von drei oder vier Hunden gejagt. Irgendwann fing er an, schon beim Anblick anderer Hunde panisch zu bellen. Erst als mir ein Trainer erklärte, dass Max kein Spielgesicht hatte, sondern beim Wegrennen großen Stress ausstand, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Er wurde gemobbt, und ich stand lächelnd daneben!" – Sabine, 38 Jahre.
Kurzes Tutorial: Daran erkennen Sie ECHTES Spiel!
Damit Sie in Zukunft genau wissen, ob Ihr Hund gerade Spaß hat, achten Sie auf diese klaren Anzeichen für echtes Spiel:
Rollenwechsel: Echte Spielpartner wechseln sich ab. Mal ist der eine der Jäger, mal der andere.
Freiwilligkeit: Das Spiel ist freiwillig, belohnt sich selbst und macht beiden Hunden sichtlich Spaß.
Das Spielgesicht: Die Gesichtsmuskulatur ist völlig entspannt, der Fang ist offen und das Gesicht wirkt oft richtig lustig und verrückt.
Die echte Spielverbeugung (Vorderkörpertiefstellung): Der Vorderkörper ist tief, das Hinterteil steht oben. Die Ohren sind aufgerichtet und die Rute wedelt freudig.
Checkliste: Wann Sie das Spiel sofort abbrechen sollten
Beobachten Sie die Hunde genau. Können Sie eine dieser Fragen mit "Ja" beantworten? Dann greifen Sie ein!
Wird ein Hund permanent gejagt, ohne dass die Rollen jemals getauscht werden?
Macht sich ein Hund steif, starrt den anderen an und zeigt kein lockeres Spielgesicht?
Klemmt einer der Hunde die Rute ein, versucht zu fliehen oder wirkt gehetzt?
Bricht Ihr Hund direkt nach einer vermeintlichen Spielaufforderung das Spiel ab und sucht Ihre oder die Nähe des Halters des anderen Hundes?

Das gemeinsame Toben und Raufen ist für die Entwicklung unserer Hunde unglaublich wichtig. Aber es ist an uns Menschen, hinzuschauen und zu erkennen, wenn aus Spaß plötzlich Ernst wird. Das Märchen von „Die regeln das schon unter sich“ darf niemals eine Ausrede dafür sein, unsere Hunde in gefährlichen oder stressigen Situationen allein zu lassen. Schützen Sie Ihren Vierbeiner, lernen Sie seine Körpersprache zu lesen und seien Sie für ihn der sichere Hafen, den er braucht!
Wir bei Plan-B Hundetraining helfen ihnen gerne dabei, ihren Hund zu verstehen und ihm so die Sicherheit zu bieten, die er benötigt.




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